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Die Jahre 1920 bis 1945

 

Die Siegespreise der Turner mehren sich

Doch schon zogen wieder Wolken am Horizont herauf. Teils durch politische Motive beeinflusst, teils aber auch aus anderen Gründen drohte eine Spaltung des "Deutschen Turnvereins", die sogenannten "freien Turner" traten auf den Plan. In der Tat sollte auch in Hebsack in einer sehr dramatisch verlaufenden Sitzung im "Ochsen" am 19. Dezember 1921 ein "freier Turnverein" gegründet werden, der sich hauptsächlich dem Fußball zuwenden wollte. Die überwiegende Zahl der Anwesenden bekannte sich jedoch nach wie vor zum "Deutschen Turnverein" und zum TV-Vorstand Schanbacher. Fast schien es, als sei damit die Angelegenheit erledigt gewesen. Einige Zeit später kam aber trotzdem ein "freier Turnverein" in Hebsack zustande, der sogar eine Sängerabteilung aufstellte. Seine Resonanz im Dorf blieb jedoch so gering, dass er sich nach vier Jahren selbst wieder auflösen musste.
Zum Landesturnfest in Eßlingen 1922 entsandte der TV eine Riege mit 12 Mann, die in ihrer Klasse einen II. Preis errang. Am 27. Mai 1923 wurde die Fahne des TV mit einen großen Fest öffentlich eingeweiht. Ihre Anschaffung kostete 128 000 RM, eine im Endeffekt nicht einmal so hohe Zahl, wie es den Anschein haben mag, denn am Ende der Veranstaltung besaß der Kassier einen ganzen Waschkorb voll Inflationsgeld.
Im Jahr darauf holten sich die Hebsacker beim Gauturnfest in Beutelsbach den I. Preis im Vereinsturnen ihrer Klasse. Vom Landesturnfest in Ulm 1925 brachte die 12 Mann starke Riege den II. Preis in der Klasse 3 nach Hause. Beim Gauturnerinnentag in Lorch im selben Jahr kam der TV ebenfalls zum II. Preis. An die Stelle von Oberlehrer Baier trat Emil Doll als Schriftführer.

 

Eine Handballabteilung wird gegründet

Angeregt durch Erlebnisse beim Landesturnfest in Ulm wurde beschlossen, dem TV Hebsack eine Handballabteilung anzugliedern, wobei Gottlob Weinschenk, einer der Ehrenvorstände, und Gustav Doll die treibenden Kräfte waren. 1926 schritt man zur Tat, obwohl im Ort kein Sportplatz vorhanden war, weshalb man auf eine Wiese trainieren und alle Spiele auswärts austragen musste. Dennoch konnte man das Wagnis eingehen, 1927 in der Verbandsrunde der B-Klasse aufzutreten. Im Jahr darauf hatte Hebsack schon die Meisterschaft und den Aufstieg in die A-Klasse erzielt.
Endlich war es auch gelungen, von der Gemeinde Winterbach einen einigermaßen brauchbaren Platz zu erlangen. Ganz Hebsack interessierte sich damals für Handball, wodurch die Mannschaft einen beachtlichen Rückhalt bekam. Schon 1929 errang sie gegen starke Gegner wie Gmünd, Lorch, Unterbettringen und Weiler i.d.B. die Meisterschaft. Der Versuch, nun den Aufstieg in die Meisterklasse zu schaffen, glückte allerdings nicht. Andererseits war als Positivum der pachtweise Erwerb eines großen Spielplatzes an der Rems zu verzeichnen. 1931 konnte der Aufstiegsversuch wiederholt werden, da unsere Handballer wieder an der Spitze der A-Klasse standen. In den Aufstiegsspielen gegen Öhringen, Nürtingen und Plochingen ergab sich das für Hebsack nicht ungünstige Resultat eine Entscheidungsspiels gegen Öhringen, das zwar verloren wurde, weil Hebsacks Mittelstürmer sich eine Handverletzung zugezogen hatte. Da die Öhringer jedoch freiwillig auf den Aufstieg verzichteten, kam Hebsack doch zum Zuge. Mit einem wahrhaften Volksfest wurde diese Erfolg gefeiert.
In der Meisterklasse machten unsere Handballer zunächst eine recht gute Figur. Aber mit fortschreitender Saison stellten sich Uneinigkeiten unter den Spielern ein.. Politische Dissonanzen traten auf, und viele Mitglieder wurden arbeitslos, andere wanderten ab. So war der Zerfall der Abteilung nicht mehr aufzuhalten, das Spieljahr 1932/33 endete deshalb mit dem Abstieg unserer Mannschaft.

 

Die Handballmannschaft

 

 

 

Auf dem Wege zum zweiten Weltkrieg

Doch nun zurück zu den Turnern! Für sie wurde das Gauturnfest 1926 in Mutlangen ein glänzender Erfolg, denn 26 Siegerkränze buchte dort der TV. Im gleichen Jahr war Hebsack der Austragungsort des Gaufrauenturntages. Georg Müllerschön, seit 14 Jahren Oberturnwart des Vereins, wurde 1926 zum ersten Ehrenmitglied ernannt. Der Verein beteiligte sich beim Deutschen Turnfest in Köln im Juli 1928. Beim Landesturnfest 1929 in Heilbronn holten sich die Hebsacker in der Klasse 3 einen I. Preis.
Politische Komplikationen und ähnliche Zwistigkeiten, wie sie schon den Handballern zum Verhängnis geworden waren, machten sich allmählich auch bei den Turnern bemerkbar. Schließlich wurde die "Deutsche Turnerschaft" von den Nationalsozialisten aufgelöst und sämtliche Vereine mussten sich dem NSRLB unterwerfen. Der Sportbetrieb wurde allerdings noch erweitert, denn zum eigentlichen Turnen und dem Handball gesellte sich die Leichtathletik. Wichtiger Förderer aller sportlichen Bestrebungen wurde Richard Knöllinger, der 1935 die Lehrstelle in Hebsack erhielt. Er veranlasste auch, unterstützt durch L. Nachtrieb und J. Kober, der von 1942 bis 1945 den Verein leitete, die Gründung einer Sängerriege, die schon im Herbst 1935 mit Erfolg bei der Silcher-Gedächnisfeier in Schnait auftrat und im folgenden Jahr mit 27 Mann am Kreisliederfest in Fellbach teilnahm. 1935 wurden die Verdienste Karl Schanbachers um den Verein durch seine Ernennung zum Ehrenvorstand gewürdigt.
Als Mann in Hebsack gerade wieder zur traditionellen Kirbe rüstete, brach der zweite Weltkrieg aus. Die meisten unserer Aktiven erhielten unverzüglich ihre Gestellungsbefehle, und schon bald darauf traf die Hiobsbotschaft ein, dass unser Sportfreund Föhl gefallen war. Zwar spielte man in Hebsack noch etwas Handball und auch die Singstunden wurden fortgesetzt, aber das Vereinsleben erlahmte doch rasch und wurde schließlich ganz eingestellt. Mit dem Kriegsende schien auch das Schicksal des TV besiegelt zu sein. Um so erstaunlicher war es, dass der alte Turnergeist doch nicht erloschen war. Er beseelte nach wie vor die Kameraden, an ihrer Spitze Ehrenvorstand Gottlob Weinschenk und Ehrenmitglied Ludwig Nachtrieb.

 

Fortsetzung folgt in Kürze...

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